Newsartikel - Kotwasser bei Pferden

Datum: Mittwoch, 30. November 2016

Einleitung:

Kotwasser bei Pferden

 

Im Gegensatz zu Durchfall ist bei Kotwasserproblematik die Konsistenz der „Äpfel“ normal. Aus dem Enddarm fließt aber unkontrolliert eine braune, evtl. stinkende Brühe an den Hinterbacken  hinunter und verschmutzt ständig Fell und Schweif. Wenn nicht täglich gereinigt wird, können  sich dadurch Hautläsionen und Ekzeme entwickeln.

Ein Beitrag von Dr. med. vet. Eva Koeppl


Inhalt:

Ursachen des Kotwassers

Primäre Ursache ist eine Störung in der Darmflora, z. B. durch Schimmelpilz-befall im Heu oder Stroh, durch siliertes Futter, unsauberes Wasser oder verschmutzte Tränken.  Auch psychische Ursachen spielen eine große Rolle. In einer Studie der Ludwig- Maximilians- Universität München wurden Stress und Rangordnungs-Problematik als auslösende Faktoren für Kotwasser identifiziert. Die durch Stress ausgelöste Stoffwechselübersäuerung  führt zum sog. Reizdarmsyndrom und damit zu Kotwasser. Das erklärt, warum Wallache dreimal häufiger als Stuten davon betroffen sind  (sie sind i. d. R. rangniedriger als Stuten ) In der Diskussion steht auch eine chronische Blinddarmverstopfung durch Fütterungsfehler, wobei das Wasser an der verstopften Stelle vorbeigepresst wird und so nach außen gelangt.  Viele Pferde vertragen Kraftfutter in Form von Getreide und „Müslis“ sehr schlecht, da zu viele Kohlehydrate  ebenfalls zu einer Stoffwechselübersäuerung (Azidose) führen (s.o.)  Silage bzw. Heulage enthält viele Stickstoffverbindungen, Essigsäure, Propionsäure und bei schlechter Qualität auch Buttersäure. Diese Stoffe ziehen Flüssigkeit mit sich und sorgen ebenfalls für Kotwasser. Ursache für Kotwasser können auch chronische Gastritis und Magengeschwüre sein, die  durch stressbedingte Übersäuerung entstehen. Rohfasermangel und Fruktanüberschuß durch  Aufenthalt auf völlig abgefressenen Weiden kann ebenso Kotwasser verursachen.  Da Kotwasser vermehrt im Spätherbst auftritt, liegt der Verdacht nahe, dass ein zu abrupter Übergang von der Weidehaltung zur Stallhaltung  zu dem Problem beiträgt. Es sollte also langsam und stundenweise „abgeweidet“ werden. Bewegungsmangel trägt mit Sicherheit auch zu dem Problem bei. Durch regelmäßige Bewegung wird die Darmmotorik angeregt und dadurch der Darminhalt gut durchmischt.  Gehen Sie mit ihrem Pferd eine halbe Stunde täglich entspannt spazieren!

Behandlung von Kotwasser

Zunächst steht die Suche nach den möglichen Ursachen im Vordergrund, da eine  Behandlung ohne Beseitigung der Auslöser  weder Sinn macht noch dauerhaften Erfolg bringt. Ein gründlicher Check der Haltungsbedingungen und des sozialen Umfelds kann Klarheit bringen.

Check Futter /Stall/ Weide:

  • Wird sauber gemistet, wie ist die Qualität der Einstreu, des Heus?
  • Regelmäßige Tränke- Kontrolle (Funktion, Sauberkeit)
  • Silage /Heulage- Fütterung einstellen
  • Auf getreidefreie Fütterung umstellen, z.B. Reisschalenkleie, Strukturfutter
  • Wie freundlich ist das Stallpersonal zu den Pferden ( auch wenn keiner zuschaut)?
  • Befinden sich Giftpflanzen auf der Weide (Hahnenfuß, Kreuzkraut etc. ) ?
  • Im Offenstall: Futterautomaten führen häufig zu Rangeleien und Stress, ebenso zu wenig Heuraufen  bei zu vielen Pferden.

Check soziales Umfeld

  • Pferde- Stress ist für den Menschen meistens nicht wahrnehmbar. Genaue Beobachtung ist nötig.
  • Versteht sich das Pferd mit den Boxen- Nachbarn oder wird ins Gitter gebissen?
  • Herrscht Ruhe im Stall oder verwandelt er sich zur Futterzeit in einen Hexenkessel?
  • Wird zuerst Heu gefüttert und danach erst Kraftfutter, so wie es sein soll?
  • Sind die Zeiten ohne verfügbares Rauhfutter länger als 4 Stunden?
  • Im Offenstall mit Weidehaltung: Ist es eine stabile Gruppe und nicht zu groß? Gruppen zwischen 6 und 12 Pferden sind optimal, Gruppen von 20 Pferden und mehr sind eindeutig zu groß.
  • Pflegt Ihr Pferd Freundschaften, hat es einen „guten Kumpel“ oder steht es alleine?
  • Reichen die Plätze in der Schutzhütte und  an den Heuraufen für alle oder muss Ihr Pferd draußen bleiben?

Interessant ist, dass gerade Offenstall- Pferde am häufigsten von Kotwasser betroffen sind,  was auf eine direkte Verbindung von Kotwasser und Stress durch soziale Problematik  hinweist.

Pferdebesitzer erkennen Stress bei Ihren Pferden oft nicht, zumal sie im Normalfall nur ein bis zwei Stunden pro Tag oder weniger anwesend sind. Pulsmessungen über 24 Stunden zeigen anhand der Schwankungen deutlich etwaige Stressfaktoren auf.

Behandlung mit speziellen Präparaten

Es macht Sinn, besonders bei bereits länger bestehendem Kotwasser,  eine Gewebe- Entsäuerung durchzuführen: Umstellung auf Reisschalenkleie – Pellets statt getreidehaltigem Kraftfutter, „Aqua Plus“- Kur ( eine Woche lang 50 ml pro Tag direkt in die Mundschleimhaut, danach 10-15ml).

 Zur Behandlung des Kotwassers und zur Darmsanierung stehen mehrere Präparate zur Verfügung: „Darmosolid“ isteine Kombination aus verschiedenen Kräutern, Flohsamen, Molkepulver, Leinmehl und Lebendhefe. Gute Erfolge selbst in hartnäckigen Fällen werden erzielt durch „Yucca“- Pulver, „YeaSacc“ und „Omelin“ einzeln oder in Kombination. Gut wirksam ist auch eine spezielle Mischung  aus bitterstoff-  und gerbsäurehaltigen Kräuter, bei uns erhältlich als „Bitterkräuter“ oder „Gerbkräuter“.

Auf jeden Fall muss die Therapie noch einige Zeit nach dem Stillstand des Kotwassers weitergeführt werden, um einen Rückfall zu vermindern bzw. zu vermeiden.

Futtermittel mit Lignozellulose  binden das Wasser und zeigen dadurch schnellen Erfolg,  was  aber lediglich auf dem sogenannten „Löschpapier- Effekt“ beruht und keine Heilung bedeutet.


Dr. med. vet. Eva Koeppl empfiehlt Ihnen

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